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Wien: 20 000 demonstrieren für das "Mensch-Sein"

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Tausende Demonstrierende am Christian-Broda-Platz in WienAm Montag, den 31.08.2015, begann um 18:00 eine der größten Demonstrationen der letzten Jahre. 20.000 Menschen sollen laut Angaben der Polizei gegen die unwürdige Behandlung von Asylwerber_innen und Geflüchteten, speziell in Traiskirchen, auf die Straße gegangen sein. Dass so viele ihren Protest ausdrücken ist ein großartiges Zeichen, aber der Name der Veranstaltung „Mensch sein in Österreich“ ließ auch schon recht schnell schließen, dass das klassenkämpferische Potenzial gering sein würde. Die Bewegung hat einiges vor sich, wenn sie die herrschenden rassistischen Verhältnisse verändern will.

Initiiert wurde die Demonstration von einer Einzelperson, Nadia Rida, die die Teilnehmenden darum bat, in weißer Kleidung zu kommen, sowie weiße Fahnen mitzunehmen. Das Friedens-Thema zog sich dann durch die ganze Veranstaltung hindurch, wobei am Ende auch Kerzen angezündet wurden,um den verstorbenen Flüchtlingen aus dem LKW im Burgenland zu gedenken. Dadurch, dass die Demonstration von breiten Teilen der Bevölkerung getragen war und die Führung aus NGOs und Einzelaktivist_innen getragen war, blieb ihr politischer Inhalt sehr begrenzt und gemäßigt. Nichtsdestotrotz zeigte die Demonstration das Potential auf, das in weiten Teilen der Bevölkerung besteht auf, sich mit den Geflüchteten zu solidarisieren.

Die Forderungen der Demonstration waren gut und richtig (feste Quartiere für Asylwerber_innen, ausreichend Verpflegung, etc.), doch muss den Menschen, die Montagabend auf die Straße gegangen sind, bewusst sein, dass die Probleme so nicht lösbar und die Aufgaben so nicht erfüllbar sind. Wir müssen der Regierung Druck machen, wir müssen sie dazu zwingen unsere Forderungen auch zu erfüllen, wir müssen mit Flüchtlingen gemeinsam auf die Straße gehen, anstatt mit einer weißen Fahnen und (zugegeben) vielen Menschen ein paar Stunden lang mäßig ansprechende Musik zu spielen. Wir brauchen eine Perspektive um die organisierten Teile der Arbeiter_innenklasse (allen voran die Gewerkschaften) auf unsere Seite zu bekommen, sonst können selbst diese Minimalforderungen nicht umgesetzt werden.

Das Motto der Demo „Gemeinsam“ und mit „Liebe“, trifft den Kern der Sache leider auch nicht ganz. Das Land so zu verändern, ist zwar ambitioniert, hat aber auch in der Vergangenheit nicht viel Erfolg gezeigt. Immerhin ist es nicht so, dass alle Menschen das selbe Interesse nach menschlicher Politik haben, Rassismus und der Hass auf Geflüchtete ist tief in der kapitalistischen Gesellschaft verankert und dient auch dessen Interessen. Die Arbeiter_innenklasse und die Jugend haben ein Interesse daran gemeinsam mit den Geflüchteten gegen Ausbeutung und Unterdrückung zu kämpfen, nicht jedoch die Unternehmer_innen oder die Polizei.Deshalb treten wir für eine klassenkämpferische Bewegung rund um die Asylproblematik ein!



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