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Start Archiv Geschichte und Theorie Der Holocaust in der NS-Zeit

Der Holocaust in der NS-Zeit

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Die wohl schlimmste und weitreichendste Vernichtung von Menschen ist der Holocaust, der von den Nazis und ihren Unterstützern während des 2. Weltkriegs begangen wurde. Die mit Abstand größte Gruppe, die den Tod in den Konzentrationslagern (KZs) der Nazis fand waren Juden und Jüdinnen, aber in den KZs wurden auch Roma und Sinti, Homosexuelle und politische GegnerInnen, wie KommunistInnen und SozialdemokratInnen, ermordet. Außerdem wurden viele der slawischen Kriegsgefangenen, vor allem Soldaten der Roten Armee und KämpferInnen der PartisanInnen, in den Gefangenenlagern so schlecht versorgt, dass sie sehr oft an Krankheiten und Hunger starben.

 

Die ersten Auswirkungen des Antisemitismus der Nazis waren sehr schnell nach der Machtergreifung Hitlers zu erkennen. Jüdischen Beamte wurden aus dem Staatsapparat entfernt und es kam relativ bald zu Attacken auf jüdische Geschäfte durch die Sturmabteilung (SA). Mit Einführung der Nürnberger Rassengesetze kam es noch einmal zu einer Verschlechterung der Lage der JüdInnen. In den Nürnberger Rassegesetzen wurde die Vermischung der „arischen Rasse“ mit der „parasitären Rasse“ der JüdInnen unter Trafe gestellt. Doch nicht nur JüdInnen waren von diesen Gesetzen betroffen, es wurden mit der Zeit auch Roma und Sinti, Schwarze und „ihre Bastarde“ (gemeint waren hier Mischformen aus verschiedenen „Rassen“) dazugezählt. Später wurden auch viele JüdInnen enteignet. Bei den Novemberpogromen 1938 kam es zu einer weiteren Eskalation der Lage, dabei wurden 400 Menschen getötet, 1400 Synagogen und Betstuben, sowie tausende jüdische Geschäfte zerstört. Außerdem wurden 30 000 JüdInnen in Konzentrationslager deportiert. Ab dem Jahre 1941 wurden alle JüdInnen dazu gezwungen einen Judenstern zu tragen.

Am Anfang wurden die Konzentrationslager vor allem für politische GegnerInnen, vor allem  KommunistInnen, SozialdemokratInnen und GewerkschafterInnen, verwendet. Die Organisationen der ArbeiterInnenklasse sollten physisch zerschlagen  und ihre Mitglieder vernichtet werden. Später wurden auch viele „Asoziale“, „Arbeitsscheue“, Sträflinge und Homosexuelle, sowie auch Zeugen Jehovas, in die Lager interniert (also Gefangennahme dem Staat unliebsamer Personen).

Mit dem Beginn des 2. Weltkrieges erreichte die Verfolgung und Deportation (also der Fortschaffung in KZs) von JüdInnen eine neue Dimension. Im Deutschen Reich und in den besetzten Gebieten wurden insgesamt 24 Konzentrationslager errichtet, weiters gab es bis zu 1000 kleinere Lager. Vor allem in den von Deutschen besetzten Gebieten in Osteuropa gab es viele JüdInnen, die in Ghettos vom Rest der Bevölkerung abgeschnitten wurden. Mit dem Überfall auf die Sowjetunion begann auch die Massenvernichtung von JüdInnen und Roma und Sinti, es wurden sehr viele von der SS erschossen. In den besetzten Gebieten wurden auch insgesamt 7 sogenannte Vernichtungslager - das bekannteste davon wahrscheinlich das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau, in dem 1,1 Millionen Menschen ermordet wurden - errichtet. Sie waren für die Vernichtung von sogenannten Volksfeinden errichtet worden. Die meisten Menschen wurden in den Vernichtungslagern durch Vergasung ermordet, aber es verhungerten auch viele Menschen, da die Versorgung in den Lagern extrem schlecht war.

Aber es gab auch Widerstand der unterdrückten Bevölkerung. Im Warschauer Ghetto, einem der größten jüdischen Ghettos, kam es am 19. April 1943 zu einem Aufstand der jüdischen Bevölkerung. 1500 KämpferInnen leisteten heroischen Widerstand gegen die Deportation von weiteren JüdInnen in die Vernichtungslager. Doch der Aufstand hatte leider nur sehr wenig Erfolg, da die deutschen Kräfte den schlecht ausgerüsteten jüdischen Aufständischen stark überlegen waren.

Erst durch die Befreiung der Konzentrations- und Vernichtungslager durch die Rote Armee konnte der grausame Völkermord an JüdInnen und Roma und Sinti beendet werden. Im 2. Weltkrieg fanden insgesamt 6 Millionen Juden und Jüdinnen, 500 000 Roma und Sinti, 100 000 Behinderte, 20 000 KommunistInnen und SozialdemokratInnen und 7 000 Homosexuelle den Tod in der größten industriellen Vernichtung von Menschen durch den Nationalsozialismus.



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Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 31. Juli 2011 um 14:40 Uhr  

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