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Kommentar zur Fusion von Jungen Grünen und Jungen Linken

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Die Jungen Grünen hatten eine interessante politische Entwicklung hinter sich. Die Handlung mit der Grünen Mutterpartei zu brechen war ein wichtiger (wenn auch etwas erzwungener) Schritt in die richtige Richtung – die einer unabhängigen Jugendorganisation. Über die Plattform KPÖ Plus einen Neustart zu versuchen, war ein nachvollziehbarer, wenn auch gescheiterter Versuch, die politische Isolation nach der Neu-Konsolidierung zu überwinden.

Der neueste politische Schritt der Gruppe war die Fusion gemeinsam mit der Jungen Linken (der de facto Jugendorganisation der KPÖ) zu einer gemeinsamen Jugendorganisation, die den Namen von letzterer Gruppe angenommen hat. Trotz den positiven Entwicklungen die die Jungen Grünen durchgemacht haben überschatten leider einige gröbere Fehler das politische Potenzial.

Das Selbstverständnis soll einfach formuliert und so breit wie möglich rüberkommen. Zurecht. Jugendorganisationen haben eine sehr spezielle Rolle im politischen Kampf, da sie primär Leute ansprechen deren politische Meinung sich noch festigen muss und dafür einen geeigneten Rahmen braucht. Allerdings ist eine wichtige Frage wie viel politische Konkretheit man tatsächlich einspart um möglichst plural auftreten zu können. Denn irgendwann bleibt vom tatsächlichen politischen Programm nicht mehr viel übrig. Dies sollte aber ein geringeres Problem sein, ausgleichbar durch Artikel und intensivere Auseinandersetzungen mit unterschiedlichen Themen. Was ein viel größeres Problem ist, ist die reformistische Ausrichtung des Selbstverständnisses. Es ist sicherlich richtig, dass Veränderung und Überzeugung ein Weg ist der manchmal Schritt für Schritt gegangen werden muss, aber dieser mühselige Weg kann und wird nicht über parlamentarische Repräsentation geschehen. Zeitgleich ist sie natürlich auch nicht komplett abzulehnen, sondern als Bühne zu verstehen auf denr man den eigenen politischen Ansichten mehr Gehör verschafft. Es ist aber kein Mittel zur Überwindung des Kapitalismus. Das muss man als Sozialist*innen klipp und klar aussprechen! Doch eine darüber hinausgehende Alternative schlichtweg komplett ausgelassen.

Der zweite wichtige und vermutlich schwieriger korrigierbare Fehler ist der Umgang mit der Unabhängigkeit. Die finanzielle Abhängigkeit zur KPÖ mag für viele nicht so dramatisch wirken, schließlich sei man ja politisch nicht abhängig. Das diese zwei Sachen zumeist Hand in Hand gehen, sollte naber gerade die ehemaligen Jungen Grünen am Besten wissen. Politischer Druck hat viele Gesichter und politische Unabhängigkeit ist auch ohne finanzielle Abhängigkeit schwer zu bewahren. Zeitgleich ist sie aber für uns Jugendliche, die ohnehin in jeder Lebenslage bevormundet und angeleitet werden das A und O jeder politischen Arbeit. Wir müssen selber lernen Fehler zu machen um uns politisch zu entwickeln und aus dem Schatten von anderen Gruppen herauszutreten.

Die Entwicklung innerhalb der ehemaligen Jungen Grünen ist für die sich in der Defensive befindende Linke auf jeden Fall wichtig zu beobachten. Wir werden, wie auch in der Vergangenheit die Zusammenarbeit suchen und wo es möglich ist praktisch kooperieren. Die entscheidende Frage ist ob wir dabei einen Jugendabklatsch der KPÖ und ihrer reformistischen Politik geliefert bekommen oder eine revolutionäre, antikapitalistische Organisation, die eine breite Plattform für Jugendliche bieten kann. Die Gruppe ist noch jung und hat viel Potenzial zur Verbesserung. Die Frage ist ob sie dieses Potenzial auch zukünftig realisieren werden. Wesentlich hierbei ist klarzustellen um welches Programm man sich gruppieren und um das man kämpfen will. Es reicht nun leider einmal nicht „den Kapitalismus zu hinterfragen und zu kritisieren “ man muss auch sagen wie man ihn überwinden kann. Wer keine Antworten darauf hat, kann wohl kaum als antikapitalistisch ernst genommen werden.



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