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Start Archiv Krieg/Imperialismus Wird 2013 das Jahr des kurdischen Freiheitskampfes?

Wird 2013 das Jahr des kurdischen Freiheitskampfes?

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Obwohl Kurd_innen das größte staatenlose Volk sind und ihre Geschichte von brutaler Unterdrückung und Vernichtung geprägt ist, hören wir in den westlichen Medien kaum etwas darüber. Allen voran ist die Türkei besonders um die Unterdrückung der Kurd_innen bemüht. Bis vor einigen Jahren wurde die Existenz von Kurd_innen in Politk und Medien verleugnet. Erst mit dem Wunsch der EU beizutreten, sprach man erstmals über die Kurd_innenfrage. Doch auf die Minimalforderungen - muttersprachlicher Unterricht, Presse- und Redefreiheit – der Kurd_innen wird weiterhin nicht eingegangen. Das Gegenteil ist der Fall. Im letzten Jahr wurden Tausende Kurd_innen inhaftiert mit der Beschuldigung Mitglied der PKK zu sein. Die PKK ist die Arbeiterpartei Kurdistans, die in den 70er-Jahren gegründet wurde und seit dem einen militanten Freiheitskampf führt. Sie wurde 1999 auf die internationale Liste der Terrororganisationen gesetzt, was der türkische Staat für sich nutzt. Dies macht es unmöglich in der Legalität kurdische Interessen zu vertreten. So wurden unzählige Parteien verboten, Politiker_innen inhaftiert, Medien zensiert, mit dem Vorwurf der Nähe zur PKK. Doch die Bemühungen die PKK auszuschalten sind bis heute nicht gelungen.

Brutaler Mord an drei Kurdinnen in Paris

Nach der Hinrichtung von drei kurdischen Aktivistinnen, mit eindeutig politischem Motiv, am 10.01. in Paris, hat der kurdische Freiheitskampf, auf traurige Art und Weise, die verdiente Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit gewonnen.

Unter den Opfern ist das Gründungsmitglied der PKK, Sakine Cansiz. 15.000 Kurd_innen demonstrierten in Paris. Während Premierminister Erdogan keinen Zweifel daran hat, dass es ein PKK interner Mord war, um die „Bemühungen zur Lösung der Kurdenfrage“ zu verhindern, jedoch ist es offensichtlich, dass der Mord türkisch-faschistischen Hintergrund hat.

In Wien wurde am Samstag, als 200 Kurd_innen demonstrierten, das kurdische Informationsbüro angegriffen. Die Vorwürfe ihrerseits, dass sie unzureichend geschützt werden und dass keiner der abermaligen Angriffe je von der Wiener Polizei nachverfolgt worden ist, ist nur zu gut berechtigt.

Der Nahe Osten kocht

Die neuen Entwicklungen im Nahen Osten bringen die Türkei ins Schwitzen. Die Türkei einst Unterstützerin des Assad-Regimes in Syrien, ist seit dem Bürgerkrieg nicht mehr davon überzeugt. Grund dafür ist, dass im Norden Syriens kurdische Milizen ihr Land verteidigen, und eine kurdisch-syrische Partei gegründet wurde, die mit der PKK sympathisiert. Die KurdInnen in Syrien haben in ihrem Gebiet ihre eigenen Verwaltungsstrukturen aufgebaut. Einige Bürgermeister haben bereits die kurdische Fahne auf ihren Schreibtischen. Dies bietet sich auch vor allem als Rückzugsgebiet für Kämpfer_innen der PKK an. Doch die Türkei hat sich darauf vorbereitet. Erst vor kurzem wurde die Verfassung so ummodelliert, dass Angriffe auf die Nachbarstaaten legitimiert sind. Die benötigten Waffen und Soldaten werden bereits von Deutschland, den Niederlanden und den USA geliefert und an der Grenze zu Syrien stationiert. Auch die in Konflikt stehende Freie Syrische Armee wird mit Waffen unterstützt, um die kurdisch-syrische Region von beiden Seiten angreifen zu können.

Ähnliches geschah auch im Irak. Mit dem Irakkrieg öffneten sich neue Möglichkeiten für die Kurd_Innen im Norden des Landes. Es wurde unter dem Führer des Barzani-Clans Masud Barzani, ein Autonomes Kurdistan gegründet, das zwar noch nicht als unabhängiger Staat anerkannt wird, aber durch Erdölvorkommen eine Machtposition erlangt hat. Die Türkei fühlt sich dadurch in die Enge getrieben, denn die Angst besteht dass es im eigenen Land auch bald so weit kommen könnte.

Die kriegstreibende Türkei hat nun einen Krieg im Krieg zu führen. Einerseits im eigenen Land Krieg gegen die kurdische Bevölkerung, andererseits soll sie als NATO und UNO-Mitglied in den syrischen Bürgerkrieg hinein intervenieren.

Zudem sind in eineinhalb Jahren Präsidentschaftswahlen, die Erdogan mit 60% gewinnen will, wofür er aber auch die Stimmen der Kurd_innen braucht.

Die weiteren Entwicklungen bleiben spannend.

Eines ist klar: das kurdische Bewusstsein lebt, entgegen aller türkischen Bemühungen. Die KurdInnen stehen europaweit auf den Beinen und sind gewillt für ihre Freiheit zu kämpfen.



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