Echter Klimaschutz ist antikapitalistisch

„Es ist 5 vor 12! Jetzt muss gehandelt werden!“, so ruft die Jugend auf den Klimaprotesten schon zwei Jahre lang vergebens, um gegen die umweltfeindliche Politik zu demonstrieren. Nun, nach einem Jahr Pandemie, in der die Regierung ebenfalls gescheitert ist, eine gute und gerechte Sozialpolitik für alle zu machen, kann man zu Recht sagen: Viel ist passiert. Jedoch nicht in der Klimapolitik.

Die Klimabewegung steht durch ein Jahr an distance learning und Kontaktbeschränkungen wackelig auf den Beinen. FFF hat zwar durch die eingeschränkten Demos an Lautstärke verloren, litt jedoch schon davor an Perspektivenlosigkeit. Jegliche Forderungen, welche die Bewegung stellte, wurden vom Staat ignoriert, und das obwohl die Grünen selbst in der Regierung sitzen. FFF hat jedoch noch immer auf ihrer Website stehen: „Falls diesen Forderungen im aktuellen System nicht nachgekommen werden kann, braucht es einen Systemwandel.“ Also gut, der Fall von Verbesserungen ist nicht eingetreten, also lasst uns jetzt anfangen über den Systemwandel zu sprechen!

Wir brauchen eine neue antikapitalistische Antwort auf die Frage, wie wir die Umwelt retten. Das jetzige System hat nämlich kein Interesse an nachhaltigen Veränderungen. Innerhalb des Kapitalismus kann es niemals Lösungen geben, welche die Ausbeutung von Natur und Mensch verhindern. Das kapitalistische System basiert auf dieser Ausbeutung. Diese Krisen sind Teil der kapitalistischen Logik und können nur mit einer sozialistischen Politik gelöst werden. Diesem Hüpfen von Krise zu Krise muss ein Ende gesetzt werden!

Umweltgerechtigkeit und soziale Gerechtigkeit sind Themen, welche immer zusammengedacht werden müssen. Sie sind nicht nur ineinander verwoben, sondern haben auch denselben Ursprung: die freie Marktwirtschaft. Dieses Wirtschaftssystem lässt es zu, dass die großen Unternehmen mit ihrer Produktion die Erde verseuchen und die Mehrheit der Weltbevölkerung unter extrem schlechten Arbeitsbedingungen leidet. Nur damit die reichsten Menschen reich bleiben, während Millionen von Menschen verhungern.

Wir brauchen einen Plan, bei dem alle Menschen mit Lebensgütern versorgt werden und uns trotzdem die Erde erhalten bleibt. Eine Wirtschaft, die bei der Produktion keine Abgase und giftigen Müll in den Erdkreislauf gelangen lässt. Diese Planwirtschaft muss durch und durch demokratisch sein, um wirklich für das Wohl aller Menschen zu sorgen. Der Beruf von der Manager:in wird überflüssig, da die Entscheidungen im Job von den Arbeiter:innen selbst getroffen werden. Die Aktiengesellschaften und Großunternehmen (Nestlé, Monsanto & Co) werden abgeschafft, da die Wirtschaft von den Arbeiter:innen selbst kontrolliert wird. Nur so kann kontrolliert werden, dass CO2-neutrale Technologien verwendet werden und Kohle- und Atomkraftwerke, so wie Frackinganlagen so schnell wie möglich schließen.

Daher fordern wir:

  • Alle Betriebe müssen verstaatlich werden und unter Arbeiter:innenkontrolle!
  • Weg mit der freien Marktwirtschaft! Für eine gerechte Planwirtschaft!
  • Umstieg auf Klimaneutrale Technologien und Schließung aller umweltschädlicher Kraftwerke bei gleichzeitig Umschulung der Arbeiter:innen!
 
Aktivismus in der Schule

Wir Jugendliche sind ohne Frage, die treibende Kraft der Umweltbewegung. Es sind aber auch wir, welche am stärksten von den Folgen dieser Krise betroffen sind. Hier geht es nicht nur um Klima, sondern auch um soziale Gerechtigkeit. Klimamigration und Umweltkatastrophen gibt es jetzt schon und unsere Regierung hat uns wieder und wieder gezeigt, dass sie nicht Fähig sind in unserem Interesse zu handeln. Selbst die Grünen, die durch die Klimastreiks profitiert haben, haben bis jetzt kaum Veränderungen zu Gunsten unserer Umwelt gemacht. Im Gegenteil! Sie schließen sich der Menschenfeindlichen Politik der ÖVP an und produzieren Skandal nach Skandal. Wir können uns nicht auf Abgeordnete verlassen, wir müssen wieder stark zusammen auftreten und für neue Forderungen kämpfen. Dafür braucht es Schüler:innenkomitees, die den Inhalt unserer Bewegung in den Alltag bringt. Durch diese Organisierung können wir uns durchgehend austauschen und Aktionen planen. Der Streik ist zwar unser wichtigstes Instrument, um Druck auf die Regierung auszuüben, aber es reicht nicht aus, nur alle paar Monate zusammenzukommen. Lasst uns über Straßenblockaden sprechen, Demo-Schilder basteln, Unterrichtsstunden über Umweltgerechtigkeit organisieren und für eine antikapitalistische Lösung eintreten!

Wir wollen jetzt gratis Öffis, umweltfreundliche Technologien und Schutz unserer begrenzten Rohstoffe! Der Kampf hört hier aber nicht für uns auf. Wir dürfen erst dann zufrieden sein, wenn sich unsere Umwelt erholen kann, die Ungleichheit zwischen den Menschen beseitigt ist und wir in einem neuen gerechten System leben!

12 Uhr ist fast vorbei! Es ist nichts passiert! Wir müssen radikaler werden! Wir müssen uns organisieren!

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